Fastentag 6

Gewicht: 76,9kg

Heute geht es mir wieder besser. Ich bin heute alleine im Büro. Fühlt sich deutlich besser an. Heute ist erster Aufbautag, es gibt zum Mittagessen einen Salat, damit der Magen sich wieder an feste Lebensmittel gewöhnt.

Fastentag 5

Gewicht: 77,1 Heute nur 100g weniger.

Ich habe mich langsam an den Zustand gewöhnt, nichts mehr zu mir zu nehmen. Ich fühle mich nicht deutlich energieloser als an allen anderen Tagen, in den letzten 10 Jahren. Ich frage mich schon fast, ob man sowas nicht zur Gewohnheit werden lassen kann? Wieso sollte man so viel Geld für Lebensmittel ausgeben, wenn der Körper mit einem Bruchteil zurechtkommen kann? Sehr merkwürdig.

Heute Nacht habe ich fast nicht geschlafen. 

Mein Magen ist viel kleiner ohne Inhalt. Habe sogar das Gefühl, die Fettreserven lösen sich auf.

Ich scheine tendenziell leichter Reizbar zu sein. Es gibt keine starken müdigkeitszyklen im Tagesverlauf mehr, nur eine schleichende Abwärtsbewegung zum Abend hin. 

Je mehr ich versuche mich vom Materiellen zu lösen, desto mehr beginne ich an allen Dingen zu zweifeln, zu verstehen, dass fast alles, was in den Medien verbreitet wird, einen komerziellen Nutzen zu haben scheint. Menschen werden von Klein auf manipuliert und geprägt und eignen sich bestimmte Verhaltensweisen an, die im Endeffekt nur dafür da sind den Konsum zu maximieren. In einem Buch, welches ich letztens gelesen habe wurde an Hand von Studien gezeigt, dass Menschen mehr Kaufen, wenn sie schlechter Stimmung sind. Wirft man jetzt einen Blick in die Tageszeitung, bekommt man viele schlechte Nachrichten.
Auch die Menschen unter sich erzeugen sich gegenseitig schlechte Stimmung, indem sie sich nach materiellen Maßstäben vergleichen. Sei es das Gehalt, die Ausbildung, das Haus, das Auto.. Jemand der viel hat, ist gut, die anderen schlecht. Dieses permanente Vergleichen im sozialen Netzwerk sorgt dafür, dass es den Menschen, die weniger haben immer schlechter geht, weil sie sich nicht mehr als vollwertiger Teil der Gesellschaft fühlen, wenn sie nicht im Besitzt bestimmter Konsumgüter sind. Die Menschen, welche hinter allem materiellen Besitz stehen, werden ausgeblendet, sie zählen nicht mehr. Ersetzt werden sie durch ihre Statussymbole.

Fastentag 4

Gewicht: 77,2kg also bereits 2kg abgenommen

Heute fühle ich mich generell etwas weniger euphorisch, als gestern, mein Körper scheint jetzt wirklich in den Ruhemodus geschaltet zu haben. Aber ich bin nicht so ausgebrannt wie sonst, wenn ich in der Woche arbeite und Kaffee trinke. Ich bin innerlich friedlich und gelassen. Mein Verstand ist langsamer und nimmt nicht zu viel wahr.. Aber es ist ausreichend

Wenn es ein Bewusstsein gibt, welches gleichermaßen durch alle Menschen scheint, wie kann es dann sein, dass jeder Mensch sich als getrennt von den Anderen wahrnimmt?
In dem Moment, in dem man die Welt wahrnimmt, nimmt man sie nicht aus der Perspektive des Freundes oder Partners wahr. Man ist also der Einzige Mensch, den man bewusst wahrnimmt.

Die Lösung ist einfach. Bewusstsein ist kein paraleller Vorgang, sondern ein linearisierter paraleller Vorgang. Jede bewusste Wahrnehmung aller Bewusstseinsfähigen Wesen, wird linear hintereinander abgespuhlt. Wie ein Filmstreifen aus tausenden von Einzelbildern, welche dem universellen Bewusstsein hintereinander abgespielt werden. Der Einfachheit halber betrachten wir diesen Film als ein lineares Band aus binären Zahlen (1 oder 0, ja oder nein), denn jede vorstellbare Information lässt sich binär codieren. Es lassen sich jedoch nur die Informationen selbst codieren, die wahrnehmung und die Empfindungen sind Teil des Bewusstseins.

Das Bewusstsein nimmt dabei die Rolle des quantentheoretischen Kollapses der Wahrscheinlichkeitsfunktion vor. Das bewusstsein entscheidet an jeder Stelle des Films, ob 0 oder 1.

Das Universum wäre dementsprechend eindimensional und die entscheidendere Frage wäre nicht die nach den aus der Welt aufgenommenen Informationen, sondern die nach der Architektur des Bewusstseins, da dieses das einzige ist, was aktiv Veränderung bewirken kann.

Die Architektur des Bewusstseins könnte folgenermaßen sein. Es gibt einen Speicher für vergagangene Ereignisse, eine aktive berechnende Komponente, welche versucht vorhersagen zu treffen um ein Ziel zu erreichen und eine Komponente, welche die Welt durch alle Bewusstseinsfähigen Kanäle wahrnimmt. Menschen als Abbild des Bewusstseins.

Fastentag No. 3 
Gewicht: 77,9kg

Heute keinerlei Hungergefühl. Ich fühle mich gut. Ich frage mich, wieso man überhaupt essen muss. Ich fühle mich wie immer nur sehr leicht und befreit. Es ist wie ein angenehmer Rauschzustand. Als würde man schweben und nichts berührt einen.

Angenommen, die Zeit bliebe stehen. Würde man etwas wahrnehmen? Gibt es Bewusstsein, ohne Zeit? Würde man das Standbild der eingefrohrenen Welt sehen? Man kann es sich jedenfalls vorstellen. Man stellt sich vor, die Welt ist eingefrohren und man kann sich nicht bewegen. Die Zeit bleibt also stehen..

Das erstaunliche an dieser Vorstellung ist jedoch, dass das, was diese eingefrohrene Welt wahrnimmt, nicht eingefrohren ist, sondern sich hin und her bewegt und alles Wahrnimmt, was eingefrohren ist. Dieser Teil, der sich Bewegt ist das isolierte Bewusstsein, die Bewegung selbst.

Alles, was sich bewegt wird zu Bewusstsein, alles, was stillsteht besitzt kein Bewusstsein. Bewusstsein ist also nicht aus der Materie selbst, sondern tritt ein, wenn sich etwas Verändert.